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Tag 8:
Jahresabo.
Eine Erinnerung am Tag vorher würde das Produkt wahrscheinlich nicht schlechter machen.
Nur die Überraschung kleiner.
Abos sind nicht automatisch schlechter als Einmalkäufe. Wenn eine App jeden Monat eine andere kostenpflichtige Dienstleistung ersetzt oder regelmäßig neue Inhalte liefert, können zehn Euro sehr vernünftig sein. Interessant ist weniger „Abo ja oder nein“ als die Frage, was tatsächlich jeden Monat zurückkommt.
Bei Cloudspeicher, neuen Inhalten oder einem Dienst mit laufenden Kosten kann ein Abo völlig logisch sein.
Bei einem simplen Werkzeug, das lokal genau dieselbe Aufgabe wie vor drei Jahren erledigt, muss das Geschäftsmodell schon etwas mehr erklären als „Premium monatlich“.
Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass meine Taschenlampen-App drei Tarife bekommt.
Free: Licht.
Plus: helleres Licht.
Premium Family: bis zu fünf Personen dürfen gleichzeitig sehen.
Früher habe ich bei Apps überlegt, ob mir etwas 4,99 Euro wert ist.
Heute überlege ich, ob es mir **jeden Monat** 4,99 Euro wert ist.
Das ist für mich psychologisch eine komplett andere Frage.
Besonders bei Dingen, die ich ungefähr sechsmal im Jahr benutze.
Abo kündigen.
„Möchtest du stattdessen drei Monate 30 Prozent günstiger?“
Nein.
„Vielleicht pausieren?“
Nein.
„Bist du wirklich sicher?“
Ein Kündigungsprozess muss nicht gleichzeitig ein letztes Verkaufsgespräch sein.
„Nur 4,99 Euro im Monat“ klingt ziemlich klein. Wenn darunter steht „59,88 Euro jährlich abgerechnet“, ist die eigentliche Kaufentscheidung trotzdem ein ganzes Jahr. Der Monatswert hilft beim Vergleichen; bezahlen muss man gelegentlich eine deutlich größere Zahl.
Ich habe schon Abos entdeckt, bei denen mein erster Gedanke nicht „zu teuer“ war, sondern „ach, das habe ich noch?“. Das ist fast die perfekte Eigenschaft eines schlechten Abos: klein genug, um jeden Monat unterzugehen, und ungenutzt genug, dass man nie daran denkt.
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